Sprache, Territorium und Identität in der globalisierten Welt

Nysa, 19.-21.05.2027
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Über die Konferenz

Wielojęzyczność jako szansa/Mehrsprachigkeit als Chance

Konferencja Naukowa organizowana przez Międzynarodowe Konsorcjum "Mehrsprachigkeit als Chance"

https://www.mehrsprachigkeit-als-chance.eu


Mehrsprachigkeit wird im medialen und alltäglichen Diskurs als ein integraler Bestandteil von Internationalisierungsprozessen betrachtet. Sie wird, auch im politischen Diskurs, als  wichtiges Bildungsziel interpretiert. Die Vorstellungen von Mehrsprachigkeit, die diese Diskurse prägen, betonen jedoch ihre Rolle als Werkzeug einer effizienten jedoch sehr eng verstandenen Kommunikation. Mehrsprachigkeit wird hier interpretiert als Kenntnis von diesen Sprachen, die einen beruflichen Erfolg sowie einen Bildungserfolg versprechen. 

Die Tagung „Sprache, Territorium und Identität in der globalisierten Welt“ will einen anderen Zugang zu der Problematik eröffnen. Die Globalisierungsprozesse wirken sich nämlich auf die Sprachen nicht lediglich durch Herausforderungen an Sprachkompetenzen aus, die eine reibungslose Kommunikation im Kontext der globalisierten Wirtschaft bzw. weltoffener Bildungsräume ermöglicht. Die Globalisierung, sowie die damit verbundenen Migrationsprozesse verändern grundsätzlich die Konstellation von Sprachgemeinschaften. Sie haben einen sehr großen Einfluss auf die Veränderung der Rollen der Mitglieder einer Sprachgemeinschaft nach innen und nach außen. Wie z.B. wenn eingewanderte Kinder zu Dolmetschern für ihre eingewanderten Eltern werden. Oder wenn Vertreter und Vertreterinnen von kleinen Sprachgemeinschaften die Rolle von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen in Förderung und Durchsetzung von Konzepten der Multikulturalität, wie z. B., im Bereich der Kultur und Bildung übernehmen. Wir möchten auch über Phänomene wie Translanguaging sprechen, die solche Prozesse begleiten.

Obwohl der Habitus europäischer Schulen weitgehend monolingual bleibt und meistens die eine Bildungssprache über den Bildungserfolg entscheidet, ist die Schulrealität mehrsprachig. Wir möchten Konzepte ausdiskutieren, die diese Mehrsprachigkeit berücksichtigen und fördern.

Ein weiterer Aspekt in diesem Kontext ist die zum Alltag gewordene, sowohl freiwillige als auch erzwungene, Mobilität, die zum Zerfall von Sprachgemeinschaften führt. Benutzerinnen und Benutzer kollateraler Sprachen leben nun oft in Diaspora, was die Förderung ihrer Muttersprachen erschwert oder kaum möglich macht. Gibt es Konzepte, die diese bedrohten Sprachen retten können? Welche Rolle spielt dabei die Dimension des Territoriums, d. h. das Spannungsfeld zwischen Territorium und Sprache/Mehrsprachigkeit/Minderheiten. Wir möchten Fragen diskutieren, die das Territorialitätsprinzip betreffen: wo im eigenen Sprachgebiet die Minderheiten relativ gut geschützt sind, wo es aber außerhalb ihres Territoriums gerade aufgrund des Territorialitätsprinzips an ausreichenden Schutz- und Fördermaßnahmen fehlt und dies aufgrund der gestiegenen Mobilität, die natürlich auch auf die Globalisierung zurückzuführen ist.

Wie verändert sich die Identität von Menschen, die kaum Möglichkeit mehr haben, ihre Erstsprachen zu sprechen? Wie verändert sich unsere Identität, wenn wir mit neuen Sprachen in Kontakt treten oder sie gar erwerben?

Um zu zeigen, dass die Problematik nicht ganz neu ist, haben wir Maciej Falkowski eingeladen, mit dem Tomasz Wicherkiewicz (Adam- Mickiewicz-Universität Posen) über sein gerade vor einigen Monaten erschienenes Buch „Nasi Niemcy“ („Unsere Deutschen“) sprechen wird. Es ist ein Buch, das die spannende Geschichte der deutschen Minderheit in Polen erzählt, von ihren Anfängen an über ihre facettenreiche Geschichte bis zu den tragischen Entwicklungen während und nach dem Zweiten Weltkrieg und es zeigt dabei, wie flüchtig die Begriffe vom Sprachraum und Sprachgemeinschaft sind.

Wir haben auch Vertreter und Vertreterinnen von Minderheitensprachen eingeladen, die nicht nur Referate über diese Sprachen halten werden, sondern auch Sektionen in ihren Sprachen (sic!) leiten werden.

Geplant sind Plenarvorträge von:

  • Georg Gombos (Alpen-Adria-Universität-Klagenfurt)
  • Justyna Olko (Universität Warschau)
  • Anna Schnitzer (Martin-Luther-Universität-Halle)

Das Programm wird um Schulbesuche, sowie um einen Besuch im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen ergänzt.
Bitte, schicken Sie Ihre Anmeldungen samt einer kurzen Zusammenfassung des geplanten Beitrags bis zum 15.02.2027 an: mehrsprachigkeit@pans.nysa.pl
 

Veranstaltungsort und Anreise

Voelas
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